Kinderturnlehrgang in Cham PDF Drucken E-Mail

Im Land der Turnzwerge

 „Viel zu wenig Angebote gibt es in dieser Richtung“ war die Meinung der Teilnehmerinnen, die sich kürzlich in der Chamer Zweifachturnhalle bei Fachwart Alexandra Ebert zu einem Lehrgang im Eltern/Kind-, Kleinkinderturnen- und Elementarbereich einfanden. Umso größer das Interesse an den Spiel-, Bewegungs- und Sinnesübungen, die Ebert mit den Übungsleiterinnen erarbeitete. „Wo Kinder sind, sind auch Sinne im Spiel. Kinder sind eigensinnig, können mit ihrem Frohsinn anstecken und manchmal auch leichtsinnig sein, erkennen scharfsinnig, lieben den Blödsinn und sind für jeden Unsinn zu haben“ so die Referentin, bevor sie detailliert die Unterschiede zwischen Nahsinn (Lage, Tasten, Gleichgewicht und Geschmack) und Fernsinn (Gewicht, Gehör, Sehen) erläuterte.

 

 In vielen Vereinen würde das Eltern/Kind-Turnen zusammenhängend von null bis fünf Jahren angeboten, das hinge einerseits mit Geschwisterkindern, die beaufsichtigt werden müssten,  zusammen, aber auch mit einem Mangel an spezell geschulten Übungsleitern. Doch gehöre dieser Bereich, auch gemäß der Richtlinien des Deutschen Turner-Bundes, unterteilt in Babyturnen bis zu einem Jahr, dem das Eltern/Kind-Turnen eineinhalb bis drei Jahre und danach das Kleinkinderturnen für Drei- bis Fünf/Sechs-jährige folgen sollte. Ab dem sechsten Lebensjahr beginne dann das Kinderturnen (Grundschulalter).

Gucken, Stützen, Greifen, vom Robben über Krabbeln bis zum Laufen seien Meilensteine der Entwicklung und bereits liebevolle Berührungen mit Kitzel- und Streichelspielen machten die Kinder schlau. Klatschen und Fingerspiele würden Sprachentwicklung und Feinmotorik anregen und beim Wippen und Schaukeln trainiere das Kind, die Balance zu halten. Große Freude bereiteten Guckspiele.

Mit sichtlichem Vergnügen begaben sich dann die Erwachsenen in das „Land der Turnzwerge“, spielten mit Alltagsmaterialien, wie Zeitungen, Joghurtbecher, Eierkartons und Wäscheklammern, krabbelten auf einen Mattenberg und eroberten Langbänke. Gemeinsames Singen war auch angesagt. Lieder wie „Mein Auto macht tut tut“,  „Meine Hände sind verschwunden“ oder „Zehn kleine Krabbelmäuse“ sang Ebert mit den Übungsleiterinnen. Als mit Naturmaterialien, wie Kastanien, Eicheln, Korken oder Knöpfen gespielt wurde, verwies Alexandra Ebert darauf, dass man natürlich auch aufpassen müsse, vor allem bei Babys, damit diese nichts in den Mund steckten, denn kleine Kinder würden alles über den Geschmackssinn ertasten. Spiele mit bunten Tüchern und Seilen, Luftballons und verschieden großen Bällen beendeten einen Lehrgang, dessen Angebote sich mit wenig Aufwand, sowohl in Vereinsturnstunden als auch in Kindergärten oder Krippen realisieren lassen.

Bericht und Bilder: Eva Kleinecke